Projekt Rockmuseum

VIDEO: Interview mit Herbert Hauke

Als am 1. 12. 2004 auf dem Münchner Olympiaturm die Vorhänge aufgingen, und sich den Medien aus aller Herren Länder das “Rockmuseum Munich” präsentierte, konnten die Macher und ihre Freunde nur noch erschöpft und vor Glück lächeln. Denn der Weg dahin war a long and winding Road.

Jahrelang hatten der Münchner Finanzkaufmann Herbert Hauke und sein Projektpartner Arno Frank Eser, seines Zeichens Musikjournalist, nach einer geeigneten Location für ihr Unternehmen gesucht. Und als ihnen von der Olympiapark GmbH die Besucherplattform des Olympiaturms als Zwischenlösung auf dem Weg zu einem “großen” Rockmuseum angeboten wurde, war ihre erste Reaktion: “Viel zu klein, da passen doch höchstens zwei Prozent unserer Sammlung rauf!”

Nun gut, das größte Rockmuseum der Welt haben sie sicher nicht geschaffen, das ist den beiden schon klar. Aber der Versuchung, garantiert “das HÖCHSTE Rockmuseum der Welt” (290 Meter) haben zu können – dieser Versuchung konnten sie schließlich nicht widerstehen.

Zur Eröffnungs-Pressekonferenz, die mit einer Party kombiniert wurde, kamen Uriah Heep, Jim Marshall (der Erfinder der gleichnamigen Verstärker), Superdrummer Pete York, der Münchner Bluesbarde Willy Michl, Leslie Mandoki, Mark Dorendorf, The Creapers aus dem hohen Norden und viele mehr. Uriah-Heep-Chef Mick Box brachte es vor laufenden Kameras auf den Punkt: “Noch ein paar Meter höher, und Jimi Hendrix, Janis Joplin, Bob Marley und alle anderen Freunde im Himmel könnten heute mit uns zusammen Party machen!”

Und der damalige Olympiapark-Chef Wilfrid Spronk versprach: “Und eines Tages feiern wir dann den Umzug in ein großes Rockmuseum, hier im Olympiapark!” Man kann ihn leider nicht mehr in die Pflicht nehmen, denn er musste sein Amt aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig abgeben.

DER PLAN

Ganz anders als in Musikkneipen-Ketten, in denen mehr oder wenige echte Sammlerstücke an der Wand das Verzehren eines schrecklichen Hamburgers erleichtern sollen, will das ROCKMUSEUM MUNICH witzig und pfiffig die Fackel des Rock’n'Roll am Leben erhalten. Und zwar nicht nur mit Ausstellungen, sondern auch mit jeder Menge Aktionen wie Konzerten, Lesungen, Filmabenden, Autogrammstunden von Stars, Sessions, Partys zu Gedenktagen und vielem mehr.

Fernziel ist es, vielleicht auch mal in Zusammenarbeit mit rockigen Gastronomen einen tollen Drink aus der Taufe zu heben, der einen bekannten Songtitel (vielleicht “Purple Haze”) zum Namen hat. Oder einen leckeren Bohnen-Eintopf mit Treibstoff, der ohne weiteres in Andenken an Bob Dylan “Blowin’ In The Wind” heißen könnte. Aber das ist Zukunftsmusik. Denn so einen rockigen Gastronomen haben die Macher bislang nicht kennen gelernt. Doch die fertigen Pläne für ein komplettes Gastro-Angebot mit Rockfeeling schlummern bereits in der Schublade.

Die Sammlung von Fotos, Dokumenten, Instrumenten, Bühnenbekleidungen, Tickets, Backstagepässen, Postern und anderem wird ständig aktualisiert und umfasst auch Memorabilia von aktuellen Jugend-Stars wie Kylie Minogue, Jennifer Lopez oder Robbie Williams. Das Projekt soll nicht nur für “Oldies” interessant sein. Somit kann die Zielgruppe für das Rockmuseum Munich in einer Altersgruppe zwischen 14 und 64 fest gemacht werden.

Nostalgiebeladene Schwerpunkte wie Elvis, The Beatles, The Rolling Stones und andere Legenden bilden den Kern der Sammlung, womit sich die Hauptzielgruppe der Interessenten zwischen 35 und 50 Jahren finden lässt.

DIE ZUKUNFT DES PROJEKTS…

…ist seit der Eröffnung im Dezember 2004 und der erfolgreichen Arbeit leider immer noch von einem Nebel voller Fragezeichen umgeben. Mit zwei “All You Need Is Music”-Großausstellungen in der Eishalle des Olympiaparks haben Herbert Hauke und Arno Frank Eser eine Andeutung davon machen können, was sonst noch alles in den Archiven und diversen Lagerräumen schlummert, nämlich EUROPAS GRÖSSTE SAMMLUNG an Rock-Memorabilia!

Wären wir in den USA, hätten sie sofort ein Sponsor gefunden, der ihnen Räumlichkeiten und Kredite zur Verfügung stellt. Im bayerischen München aber quälen sie sich durch einen Dschungel von Vorschriften, Vorurteilen und anderen Hindernissen. Wie sagte doch einst ein Münchner Politiker so nett? “Wir brauchen hier kein Museum für Langhaarige und Drogensüchtige!” Es ist ein Wunder, dass die beiden, unterstützt von ihren Frauen und Freunden, mit viel Selbstausbeutung immer noch an diesem Projekt weiter arbeiten.

CREDITS

Herbert Hauke und Arno Frank Eser – immer noch auf der Suche nach dem Engel, der dabei hilft, endlich EUROPAS GRÖSSTES ROCKMUSEUM eröffnen zu können, bedanken sich ganz herzlich bei ihren bisherigen prominenten Musikern, Besuchern, Freunden und Gästen: Uriah Heep, Dan McCafferty von Nazareth, Roger Daltrey von The Who, Canned Heat, Jean Michel Jarre, Wolfgang Niedecken von BAP, Matthias Jabs von The Scorpions, Gotthard, Peter Maffay, Klaus Voormann, Pete York, Jim Marshall, Fritz Rau, Lisa Fitz, Sissi Perlinger, Peter Kraus, Chris Norman von Smokie, Oberbürgermeister Christian Ude und vielen mehr. Auch bei den Leuten vom Olympiapark, die sich bemühen, uns so bald wie möglich konkrete Vorschläge für ein großes Rockmuseum Munich machen zu können.

Und sie bedanken sich auch bei Dir, bei Dir, und bei Dir! Für Dein Interesse allgemein an unserer Arbeit, für Deinen Besuch auf unserer Website, bei unseren Großausstellungen oder bei einem unserer Events auf dem Olympiaturm. Keep on rocking!

Und dann bedanken sie sich superherzlichst bei ihrer ROCKMUSEUMS-FAMILY, einem sympathischen, lustigen und kreativen Kreis von Idealisten, Spinnern und Träumern. You may say, I’m a Dreamer, but I’m not the only one. “Traditionspflege ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers!”, das wusste schon der Klassik-Komponist Gustav Mahler aus Österreich — und wir alle zusammen, wir geben das Feuer des Rock weiter!

Und ganz besonders bedanken sich Herbert Hauke und Arno Frank Eser bei ihren Frauen Gabriele Hauke und Kirsten Voß. Mädels, Ihr seid die Größten! Dass Ihr über eine so lange Zeit bei so einem verrückten Projekt mitmacht, tatkräftig mitarbeitet, wo immer es gefragt ist, an uns und mit uns trotz aller Ladehemmungen und ungewissen Faktoren an die Idee glaubt, dafür gebührt Euch der Bundesverdienst-Rock-Orden.
Love and Peace!


ALL YOU NEED IS MUSIC …

… ist der Titel von zwei Ausstellungen, die eigentlich zu einer Serie werden sollten. Und zwar im Olympiapark München, nur einen Katzensprung von „unserem“ Olympiaturm entfernt, im dortigen Eissportzentrum. Der Grundgedanke: Dort stehen jeweils in den Sommermonaten fast 2000 qm zur Verfügung, auf denen wir ein bisschen mehr zeigen können als in unserem Rockmuseum Munich auf dem Olympiaturm.

Im Jahr 2008 war Premiere und wir konnten zu einer Zeitreise von Elvis über den Hamburger Starclub bis zu Madonna einladen; das Schwerpunktthema war “Sommer Of Love and Hate”. Mit einem politischen Blick auf eine Zeit, in der die einen friedlich in den Parks dieser Welt Musik machten – die anderen aber zwischen Vietnam-Krieg und Prager Frühling ihren neuen Standpunkt finden mussten. Bis die Macht der Musik sämtliche Grenzen niederreißen konnte. “40 Jahre Woodstock” hieß dann das Motto im Sommer 2009, und wir hatten nicht nur tolle Dokumente als Sammlerstücke, sondern auch einen historisch schlüssigen Aufbau, wie es zu diesem Festival der Festivals kam und was aus dem Geist von damals geworden ist.

Bei beiden Ausstellungen gab es als Zusatz-Schmankerl Mick Jaggers Cabrio, einen speziellen Pavillon zum Thema “The Beatles”, Awards von heutigen Superstars und vor allem einen Tigerkäfig voller signierter Gitarren. Mit etlichen Führungen brachten wir nicht nur Fans und Nostalgikern die Themen nahe; im Sommer 2009 gab es auch spezielle Termine für Schulklassen aus ganz Bayern. Und mit einer gigantischen Eröffnungsparty mit THE WOODSTOCK BUTTERFLY EXPERIENCE FAMILY POWER & THE HOLDING COMPANY wurde ein gigantischer Party-Meilenstein gesetzt, von dem München noch lange reden wird.

Das Projekt konnte auf Grund von technischen Schwierigkeiten leider nicht mehr fortgeführt werden.